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Finanzen & Buchhaltung

Mahnung schreiben – kostenlose Vorlage zum Ausfüllen

Mit dieser kostenlosen Vorlage mahnst du eine offene Rechnung förmlich an – mit Frist, Verzugszinsen nach § 288 BGB und dem Hinweis auf die nächsten Schritte. Im Formular ausfüllen und wahlweise als PDF oder Word speichern.

Zuletzt geprüft: · ca. 2.300 Suchanfragen/Monat

Mahnung schreiben – das Wichtigste in Kürze

Eine Mahnung ist die ernsthafte, unmissverständliche Aufforderung an eine Schuldnerin oder einen Schuldner, eine fällige Zahlung zu leisten. Anders als eine bloße Erinnerung setzt sie den Verzug in Gang oder bestätigt ihn, wenn er bereits eingetreten ist – erst ab diesem Zeitpunkt lassen sich Verzugszinsen und weitere Verzugsschäden geltend machen.

Rechtsgrundlage ist § 286 BGB: Verzug tritt grundsätzlich ein, wenn eine fällige Forderung besteht und der Schuldner trotz Mahnung nicht leistet (§ 286 Abs. 1 BGB; Voraussetzung ist zudem, dass er die Verspätung zu vertreten hat – das wird gesetzlich vermutet, § 286 Abs. 4 BGB). Bei Entgeltforderungen kommt der Schuldner zusätzlich spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung automatisch in Verzug (§ 286 Abs. 3 BGB) – ganz ohne Mahnung. Gegenüber einer Verbraucherin oder einem Verbraucher gilt diese automatische 30-Tage-Regel jedoch nur, wenn genau auf diese Folge in der Rechnung gesondert hingewiesen wurde.

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass eine Mahnung genau dreimal erfolgen muss, bevor weitere Schritte möglich sind. Das ist falsch: Das Gesetz verlangt keine bestimmte Anzahl von Mahnungen. Rein rechtlich kann bereits eine einzige, wirksame Mahnung ausreichen, um Verzug auszulösen und danach das gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten. Manche Unternehmen mahnen aus Kulanz mehrfach, verpflichtet sind sie dazu nicht.

Ab Verzugseintritt darfst du Verzugszinsen nach § 288 BGB verlangen: fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, wenn die Schuldnerin oder der Schuldner Verbraucher ist (§ 288 Abs. 1 BGB), und neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei Rechtsgeschäften zwischen Unternehmen (§ 288 Abs. 2 BGB). Zusätzlich steht Gläubigerinnen und Gläubigern im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen eine Pauschale von 40 Euro zu (§ 288 Abs. 5 BGB) – gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern ist diese Pauschale ausdrücklich nicht zulässig.

Setze in der Mahnung eine angemessene, klar benannte Zahlungsfrist – üblich sind etwa sieben bis vierzehn Tage. Bleibt die Zahlung auch danach aus, folgen als nächste Schritte das gerichtliche Mahnverfahren (Mahnbescheid) oder die Beauftragung eines Inkassounternehmens.

In 4 Schritten zur fertigen Vorlage

  1. 01

    Rechnung & Fälligkeit erfassen

    Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, offenen Betrag und das verstrichene Zahlungsziel eintragen.

  2. 02

    Zahlungsfrist setzen

    Eine klare, angemessene Frist von meist sieben bis vierzehn Tagen für die Zahlung nennen.

  3. 03

    Zinsen & Pauschale wählen

    Den passenden Verzugszinssatz auswählen und die Mahnpauschale nur angeben, wenn die Schuldnerin oder der Schuldner kein Verbraucher ist.

  4. 04

    Versenden & nächsten Schritt vorbereiten

    Als PDF oder Word herunterladen, versenden und bei Fristablauf Mahnbescheid oder Inkasso vorbereiten.

Mahnung Vorlage zum kostenlosen Ausfüllen und Herunterladen als PDF und Word – mit Zahlungsfrist und Verzugszinsen nach § 288 BGB
Mahnung Vorlage zum kostenlosen Ausfüllen und Herunterladen als PDF und Word – mit Zahlungsfrist und Verzugszinsen nach § 288 BGB

Häufige Fragen

Muss ich dreimal mahnen, bevor ich weitere Schritte einleite?

Nein, das ist ein verbreiteter Irrglaube. Das Gesetz schreibt keine bestimmte Anzahl von Mahnungen vor; rechtlich kann bereits eine einzige wirksame Mahnung ausreichen.

Ab wann darf ich Verzugszinsen verlangen?

Ab dem Eintritt des Verzugs – also entweder ab einer wirksamen Mahnung oder, bei Entgeltforderungen, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnungszugang (§ 286 Abs. 3 BGB). Gegenüber Verbrauchern gilt die 30-Tage-Regel nur bei entsprechendem Hinweis auf der Rechnung.

Wie hoch dürfen Verzugszinsen sein?

Fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz gegenüber Verbrauchern, neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen (§ 288 Abs. 1 und 2 BGB).

Darf ich eine Mahnpauschale berechnen?

Nur im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen: Dort stehen dir pauschal 40 Euro zu (§ 288 Abs. 5 BGB). Gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern ist diese Pauschale nicht zulässig.

Braucht eine Mahnung eine bestimmte Form?

Nein, eine Mahnung ist grundsätzlich formfrei möglich. Aus Beweisgründen empfiehlt sich aber Schriftform mit Nachweis des Zugangs, etwa per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung.

Was passiert, wenn die Mahnung erfolglos bleibt?

Dann kannst du ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten (Mahnbescheid) oder die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben.

Ist eine Mahnung dasselbe wie eine Zahlungserinnerung?

Nein. Die Zahlungserinnerung ist ein unverbindlicher, freundlicher Hinweis ohne Rechtswirkung; die Mahnung setzt Verzug oder bestätigt ihn und ermöglicht Zinsen und weitere Schritte.

Feedback & Vorschläge

Fehler gefunden, Vorlage vermisst oder eine Idee? Immer her damit.